Kinderbauernhof Eschenau

Chance fÜr das Kind - Chance fÜr Alle, Prinzbach 12, 3153 Eschenau

Unser Kinderbauernhof

im Voralpengebiet, eine gute Stunde von Wien entfernt, befindet sich unser Kinderbauernhof, im kleinen Ökodorf Eschenau. Idyllisch, zwischen zwei Bächen gelegen, umgeben von saftigen grünen Wiesen und dichten, geheimnisvollen Wäldern, hat uns dieses Fleckchen Erde schon vor 25 Jahre fasziniert. Ein schöner Platz um benachteiligten Kindern einmal ein Lächeln in ihr Gesicht zaubern zu können. Ein Platz, wo sie auch einmal unbeschwert „Kind sein“ dürfen.

Kinderbauernhof LuftaufnahmeUnsere Ziele

Kinder, die in der Obdachlosenherberge „landen“, haben zumeist schon eine sehr negativ besetzte Prägephase hinter sich, die durch den Verlust ihrer eigenen vier Wände noch verstärkt wird. Da sie auch nicht auf die Hilfe ihrer Bezugspersonen (Eltern, nur Mutter oder nur Vater, wechselnde LebensgefährtInnen) hoffen können – diese sind selbst überfordert – stehen sie mit ihren Ängsten und unerfüllten Bedürfnissen alleine da.
Was wir versuchen ist, den Kindern beim Tragen ihres „schweren Rucksacks“ behilflich zu sein, ihnen diese Last für eine gewisse Wegstrecke abzunehmen, beziehungsweise sie mit ihnen zu teilen, sodass es für die Kinder wieder möglich wird, etwas leichter durchs Leben zu gehen.Wenn wir von einem „normalen-“, besser gesagt „idealen Nährboden“ für Kinder ausgehen, so sind unsere Ansprüche als SozialarbeiterInnen und auch Eltern, oder AlleinerzieherInnen von eigenen Kindern, aber vor allem als sozial denkende Menschen folgende:

  1. Gleichberechtigung –das Kind als Partner sehen und annehmen, wir sind nicht die „Guten“ und „Besserwisser“, nur weil wir älter, größer und stärker sind. Ganz im Gegenteil sollten wir uns vermehrt den Spiegel vorhalten und unsere Handlungen überdenken. Wir Erwachsene machen Fehler, sind oft selbst überfordert, verlangen jedoch von unseren Kindern, jene Unfähigkeiten, die unser Leben begleiten, nicht zu besitzen. Vor allem sollten wir ihre eigene Persönlichkeit unterstützen und ernst nehmen.
  2. Gewaltfreie Erziehung – hat nicht das Geringste mit antiautoritärer Erziehung zu tun, sondern lebt den Respekt vor dem Mitmenschen. Schon Erwin Ringel, bedeutender österreichischer Psychiater und Tiefenpsychologe schrieb unter anderem: „ Eine Ohrfeige stellt keine pädagogisch- wertvolle Maßnahme dar“. Hinzugefügt gehört: „ Es ist rein ein Abreagieren seiner selbst“, hervorgerufen durch die eigene Hilflosigkeit, in der man sich in der Situation gerade befunden hat.
  3. Die Arbeit an sich – Kinder sind nicht unser Eigentum, sie werden uns nur für einen Teil unseres Lebensweges geborgt, behandeln wir sie sorgsam und unterstützen wir sie dabei, ihren Weg einmal selbständig gehen zu können, ohne von uns unterdrückt worden zu sein. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir aber ständig an uns arbeiten, unser Handeln und Tun hinterfragen, auch selbst kritiklos Übernommenes überdenken und verändern.

Was für uns daher sehr wichtig ist, ist die Kinder in Entscheidungen mit einzubinden, ihre Wünsche und Anliegen ernst zu nehmen und sie auch in die Tat umzusetzen.
Da die Wohnsituation in der Familienobdachlosenherberge sehr beengt ist, bedeutet es den Kindern schon sehr viel, nicht mit fünf oder sechs anderen Personen das Zimmer teilen zu müssen. Auch eine eigene, große Küche, wo ständig gekocht und gebacken werden kann, ist Goldes wert. Das vor der Tür ein grünes Paradies beginnt, wo die Kleinen und die Großen unbeschwert ihren Lieblingsbeschäftigungen wie – Rad fahren, Skateboarden, schaukeln, Gesellschaftsspiele spielen, oder nur faul in der Hängematte liegen – nachgehen können, heißt, schon fast den Himmel auf Erden zu haben. Gemeinsame Aktivitäten wie: Wanderungen, Baden fahren, Geländespiele, oder einfach nur über alles reden können, bedeuten den Kindern unendlich viel. Sie erleben dabei, dass sie wichtig sind und dass sie ernst genommen werden. Sie lernen, dass es auch ein gewaltfreies Miteinander gibt. Vor allem aber lernen sie, dass jeder Mensch etwas Besonderes ist und daher mit dem nötigen Respekt behandelt werden muss, was natürlich auch bei unseren Tieren Gültigkeit besitzt.

 

Was der Welt am meisten fehlt, sind Menschen,

die sich mit den Nöten anderer beschäftigen. Albert Schweitzer

 

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